Velokurier auf einem elektrischen Cargobike in einer Lausanner Gasse, hinten ein festgezurrter Karton mit Craft-Bieren
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Bier per Velokurier in Lausanne, noch am selben Tag geliefert

August 20, 2026
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Dienstag, 12.47 Uhr. Um sieben stehen sechs Leute vor deiner Tür, und im Kühlschrank liegen zwei lauwarme Dosen vom letzten Winter. Bisher schrieb sich der Rest der Geschichte von selbst: Sprint in den Laden, oder online bestellen und morgen beliefert werden. Etwas spät für heute Abend.

Dir bleiben dreizehn Minuten. Nach 13 Uhr ist der Zug für heute abgefahren. Davor stehen deine Biere noch am selben Abend vor der Tür. Per Velo.

Wie es läuft, in drei Zeilen

Bestellung vor 13 Uhr: Lieferung am selben Tag, vor 19 Uhr. Bestellung nach 13 Uhr: Lieferung am Folgetag, zwischen 14 und 19 Uhr. Mehr ist es nicht. Kein Zeitfenster zu reservieren, kein Algorithmus anzuflehen.

Zum Geld: ab 100 Franken gratis, darunter 12.50. Derselbe Tarif wie beim Paketversand, nur trinkst du hier heute Abend statt auf eine Abholeinladung zu warten.

Warum 13 Uhr und nicht 14 oder 17? Weil der Kurier losfährt, sobald die Bestellung gerüstet ist, und wir lieber eine Zeit nennen, die wir halten, als eine, die sich gut liest. Nach 13 Uhr übernachtet dein Karton bei uns. Er beschwert sich nicht.

Das Liefergebiet, ohne Kleingedrucktes

Wir lassen dich nicht den Warenkorb füllen, um dir an der Kasse zu sagen, dass du zu weit weg wohnst. Das Velo deckt Lausanne und drei Nachbargemeinden ab: die Postleitzahlen 1003, 1004, 1005, 1006, 1007, 1010, 1012 und 1018 für die Stadt, dazu 1008 Prilly, 1009 Pully und 1020 Renens.

Ausserhalb ändert sich nichts: Wir verschicken das ganze Sortiment weiterhin als Paket in die ganze Schweiz, mit derselben Grenze von 100 Franken. Einfach deutlich weniger romantisch.

Wer in die Pedale tritt: VéloCité, seit 1999

Wir hätten den günstigsten Anbieter nehmen können. Wir haben die Nachbarn genommen.

VéloCité ist ein Lausanner Betrieb, entstanden 1999 im Kopf eines Literaturstudenten der Universität Lausanne, ein gewisser Blaize, der fand, eine Wirtschaft dürfe den Leuten dienen, ohne über sie hinwegzufahren. Siebenundzwanzig Jahre später gibt es Standorte in Lausanne, Yverdon, Neuenburg, an der Riviera und im Wallis, und über 200 Kurierinnen und Kuriere haben das Trikot getragen. Wird die Ladung ernst, und eine Harasse Bier ist ernst, kommt das elektrische Cargobike raus.

Achtzig Kilometer pro Tag, voll beladen, in einer Stadt, die die Steigung praktisch erfunden hat. Hut ab.

Warum sie und nicht eine App

Weil die Velokuriere dieses Landes seit dem 1. Mai 2019 einen Gesamtarbeitsvertrag haben, mit einem Mindestlohn von 20.35 Franken pro Stunde. Übersetzt: Wer deine sechs Dosen in den dritten Stock ohne Lift trägt, ist fest angestellt, versichert und im Stundenlohn bezahlt, nicht pro Auftrag.

Das andere Modell kennen wir. Da ist der Fahrer «selbstständig», finanziert sein Velo selbst, schluckt die Kosten und wird deaktiviert, wenn er zweimal hintereinander ablehnt. Schneller ist es vermutlich. Billiger ganz sicher. Wir haben es angeschaut und dankend verzichtet.

Nebenbei weckt ein Velo an der Rue de la Tour um 18 Uhr niemanden auf, sucht keinen Parkplatz und stösst schlicht nichts aus. Drei Argumente, die wir gerne als Zugabe mitnehmen.

Was in die Tasche kommt

Alles, was im Sortiment steht, und das ist einiges. Der kürzeste Weg zuerst: La Nébuleuse, gebraut in Renens, also mitten im Liefergebiet. Dann L'improbable, die Lausanne für grössere Tanks verlassen hat und heute in Ependes auf dem Waadtländer Land steht. Und noch weiter hinauf La Meute, drei Kollegen, die sich 2016 in einer alten Spenglerei in La Chaux-de-Fonds eingerichtet haben. Der Rest der Welt dahinter, in beliebiger Reihenfolge.

Ein Hinweis trotzdem: Die Tour startet bei Raumtemperatur in unserem Laden, und der Kurier hat keinen Kühlschrank auf dem Gepäckträger. Soll es um 19 Uhr kalt sein, bestellst du mittags und stellst alles sofort kalt. Er liefert schnell, er liefert nicht eisgekühlt.

Fazit: Du hast bis 13 Uhr Zeit, einen belanglosen Dienstagabend in einen anständigen Apéro zu verwandeln, ohne vom Stuhl aufzustehen und ohne dass unterwegs jemand ausgepresst wird. Der beste Kurier von Lausanne fährt seit 1999. Wurde Zeit, dass wir ihm unser Bier anvertrauen.

— Lupulynn

Häufig gestellte Fragen

Bis wann muss ich bestellen, damit das Bier heute noch kommt?+

Bis 13 Uhr. Jede Bestellung vor 13 Uhr geht am selben Tag raus und ist vor 19 Uhr da. Nach 13 Uhr wird am Folgetag zwischen 14 und 19 Uhr geliefert.

Was kostet die Lieferung per Velokurier?+

12.50 Franken, und ab 100 Franken Bestellwert ist sie gratis. Dieselbe Regel wie beim Paketversand.

In welchem Gebiet fährt der Velokurier?+

Lausanne mit den Postleitzahlen 1003 bis 1007, 1010, 1012 und 1018, dazu Prilly (1008), Pully (1009) und Renens (1020). Ausserhalb dieser Zone geht die Bestellung als Paket in die ganze Schweiz.

Liefert ihr auch am Samstag?+

Nein, ausschliesslich Montag bis Freitag. Eine Bestellung am Freitag nach 13 Uhr kommt am Montag darauf. Fürs Wochenende also rechtzeitig bestellen.

Was ist ein Velokurier überhaupt?+

Ein Kurierdienst, der Sendungen innerhalb der Stadt mit dem Velo statt mit dem Lieferwagen zustellt, bei schwerer Ladung mit dem elektrischen Cargobike. In der Schweiz gibt es das seit den Achtzigerjahren, in Lausanne seit 1999.

Wer liefert die Biere konkret aus?+

VéloCité, ein 1999 in Lausanne gegründeter Velokurierdienst. Die Fahrerinnen und Fahrer sind fest angestellt und dem Gesamtarbeitsvertrag der Branche unterstellt, mit einem Mindeststundenlohn von 20.35 Franken.

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